Muggätätscher

Kontakt: Sämi Kühne, Blattenstrasse 20, 8717 Benken, 055 283 12 20



«Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm», dies trifft bei uns tatsächlich zu. Als Söhne der beiden Rätschi Wiber Francesca und Gerolda durften wir schon in unserer Kindheit miterleben, was Fasnacht ist und wie man Fasnacht macht. Etliche Stunden waren wir dabei, wenn die Rätschi Wiber probten, sich schminkten oder es ganz einfach lustig hatten. Oli und mich (Sämi) kribbelte es schon als Kinder und wir wussten immer, dass wir auch mal etwas machen wollten. Einige Jahre gingen wir dann mit den Rätschi Wibern mit und verteilten die «Schnitzelbanggä». Als dann die zweite Schnitzelbangg-Kliggä Bürglihäx in Pension ging, packten wir die Chance und gründeten unsere eigene Schnitzelbangg-Kliggä Muggätätscher.


Zwei Sänger, ein Helgäträger und Helfer

Die Muggätätscher waren Oli und ich als Sänger, ausgestattet mit Rassel (Oli) und Pauke (Sämi), die als Rhythmusinstrumente dienten. Wir zwei waren es auch, welche die Fasnachts-Verse in Limerick-Form dichteten. Zur Info: Wie schreibt man einen Limerick? Zeilen 1, 2 und 5 müssen sich im Reim entsprechen, ebenso die Zeilen 3 und 4. Die ersten zwei Zeilen beschreiben eine Situation. Die Zeilen 3 und 4 schildern eine dramatische Veränderung der Sachlage. In der 5. Zeile hat sich dann das Fazit, die Moral oder die Pointe zu ergeben. Der dritte Muggätätscher war Marcel Glaus, bekannt unter dem Kosenamen «Gläusli». Er war unser Helgäträger und hat uns anfangs der Bangg auch immer den richtigen Ton angegeben. Es war eine grosse Erleichterung, als wir endlich den idealen Helgäträger fanden. Erstens musste er ja menschlich zu uns passen, zweitens vor allem den Anforderungen gerecht werden. Als er die Prüfung bestand – er musste 24 Stunden lang die Helgä halten, ohne sich zu bewegen, zu lachen oder sich von irgendwas ablenken zu lassen –, waren wir komplett. Eine Helgä ist übrigens ein Plakat mit dem Sujet der jeweiligen Schnitzelbangg. Unser Helgäzeichner war Paul «Presi» Küng, der leider viel zu früh verstorben ist. Wir möchten Bruno Paradowski danke sagen, dass er die Aufgabe von «Presi» übernommen hat, und uns ebenfalls so schöne Sujets für die Helgä zeichnete. Diese malten wir immer selber, meistens am Samstag vor dem SchmuDo in der Werkstatt der Schreinerei Schmucki: danke, Onkel Franz. Danken möchte ich an dieser Stelle auch Tante Pirosch, die uns immer verpflegt, unsere Gwändli genäht und gewaschen hat, sowie meinem Dädi Geri, den wir immer fragen durften, wenn wir reimtechnisch nicht mehr weiter wussten. Natürlich danken wir auch unserem ganzen Helferteam: Malerin Romana, Busfahrer Thömeli, unseren «Schnitzelbanggä-Verkaufs-Buebä» Richi, Gaudi, Geissi und Jösel. Ach ja, Uwe Schröder: mersi boggu! Er hat uns am Fasnachtssamstag immer den SchmuBu (Schmucki-Bus) zur Verfügung gestellt, damit wir auch rechtzeitig auf dem Bänggner Büchel singen konnten.


1991 bis 2003

Unseren ersten Auftritt hatten wir am SchmuDo 1991, am Kostümball auf der Rösslibühne. Auch die folgenden 12 Jahre waren wir immer dabei im Rösslisaal. Am Fasnachtssamstag sangen wir jeweils in den Dorfbeizen. Als der Kostümball 2003 in die Rietsporthalle verlegt wurde, hatten wir unseren letzten Auftritt als Muggätätscher. Wir waren den Tränen nahe, aber wir durften ja nicht weinen, denn sonst wäre die ganze Schminke dahin gewesen. Man sieht, Fasnächtler haben es nicht einfach.

Ein grosser Höhepunkt war sicher unsere 10-Jahre-Muggä-Jubiläumsparty im Keller des Feuewehr-Depots. Zwei weitere Jahre haben wir die Muggä-Party fortgesetzt, immer mit grossem Erfolg. Apropos Höhepunkt: Auf diesem wollten wir uns – hoffe es hat geklappt – zurückziehen, damit wir immer in bester Erinnerung bleiben. Übrigens: Willi Valotti hat mir sogar ein Ländlermusik-Stückli mit dem Namen «Sämeli» gewidmet. Wieso erwähne ich das? Im Trio kann man unsere Muggätätscher-Melodie «Jupi-eiei, jupi-jupi-ei» raushören, wenn sich jemand nicht mehr daran erinnern sollte.


Zum Schluss noch ein Wünschli: Wir würden uns sehr freuen, wenn es immer wieder neue Bänggner Fasnachtskliggä geben würde!